Sascha WeidnerSascha Weidner

Der in Berlin lebende Künstler Sascha Weidner, 1976 in Osnabrück geboren, nähert sich dem Wettbewerbsthema aus einer sehr persönlichen Perspektive an. Er bespielt die Wände des Kunstwerks mit inszenierten und dokumentarischen Fotografien, die eng mit der eigenen Biografie verknüpft sind. Die Fotos aus Familienalben zeichnen punktuell die eigene Lebensgeschichte nach. Die oft intimen Momente, wie beispielsweise die Krankheit und der Verlust der Eltern, stellen Fragen nach der eigenen Verortung und erlangen dabei universellen Charakter.

Sinnbildlich für die eigene Suche nach Beheimatung steht die an Caspar David Friedrich angelehnte Fotoarbeit "Caché II". Die in goldenes Licht getauchte Winterlandschaft zitiert tradierte Darstellungen Arkadiens, jener griechischen Landschaft, die – ausgehend von den Versen des römischen Dichters Vergil – in der Literatur und Kunst symbolisch zum Inbegriff der idyllischen und paradiesischen Landschaft wurde. Arkadien als Projektionsfläche individueller und gesellschaftlicher Sehnsüchte, hat sich in der europäischen Kulturgeschichte als Ideal des vollkommenen und harmonischen Ortes etabliert, der dem Menschen ein Leben in Einklang mit sich und der Natur ermöglicht. Weidners Arkadien ist losgelöst von konkreten Räumen und steht symbolisch für den Begriff Heimat im Sinne einer subjektiven Empfindung. "Ich weiß", sagt Sascha Weidner,  "ich bin heimatlos und doch, ja, ich suche nach einer zweiten Heimat, welche ich des Öfteren als Arkadien2 bezeichne (…), dem Schauplatz des glückseligen Lebensgefühls, der Liebe, der inneren Ruhe (…), der neuen Heimat."

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